NADAC: Interview & Reviews

Für alle DSD Interessierten: ein Video (Mergings Dominique Brulhart zum Gespräch bei Kal Rubinson) und eine kleine Linksammlung zu englischsprachigen Beiträgen über Mergings NADAC Wandler:

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Zum weiterlesen:

Falls Sie weitere Fragen haben oder auf der Suche nach persönlichen Meinungen und Erfahrungswerten sind, wenden Sie sich gerne an uns!

Systemtechnik: +49 40 4711 348 20 | tr@digitalaudioservice.de

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Neues Kursprogramm für NUAGE und NUENDO

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Yamaha hat in Zusammenarbeit mit Ashley Shepherd ein gigantisches Kursprogramm für NUAGE und NUENDO auf die Beine gestellt. Die ersten Episoden wurden damals, falls Sie sich erinnern, hier im Blog veröffentlicht – nun sind eine ganze Menge neue Videos, ein 300 Seiten starkes e-book und ein 3 GB großes Übungsprojekt hinzugekommen.

Wir finden, hier gibt’s ne Menge zu lernen – tolles Projekt!

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Messebericht in HiFiStatement

hapi prolight sound

Ein kurzer Verweis auf  einen Bericht zur Prolight + Sound / Musikmesse, den das Internetmagazin www.hifistatement.net kürzlich veröffentlicht hat. Auf der ersten Seite werden wir in unserer Funktion als Merging Technologies Vertrieb erwähnt, mit deren Netzwerkwandler Hapi wir auf der Messe vertreten waren. Ein ausführlicher Bericht zum NADAC, welchen wir Anfang des Monats auf der High End in München dabei hatten, folgt in Kürze.

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Pyramix 10 – Die neuen Versionen

Pyramix 10 ist in folgenden Versionen erhältlich:

  • Pyramix Essentials
  • Pyramix Native
  • Pyramix Native Pro
  • Pyramix MassCore
  • Pyramix MassCore Extended

Welche Version die richtige für Sie ist, erfahren Sie hier: Pyramix 10 – Die neuen Versionen (PDF). Zur weiteren Beratung melden Sie sich gerne bei uns unter tr@digitalaudioservice.de oder +49 40 4711 348 20.

 

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Pyramix 10 ist da!

pyramix 10 new features

Merging Technologies Workstation Pyramix kommt in Version 10 und hat jede Menge neue Features mit an Board

Bei der Gestaltung auditiver Inhalte geht es meist darum, immersive akustische Umgebungen zu erzeugen – fiktive Welten, die die Hörer in ihren Bann ziehen. Ob ein Musikstück zum Leben erweckt oder die Spannung eines preisgekrönten Kinofilms spürbar gemacht werden soll – die Fähigkeit, dem Rezipienten glaubhafte Welten zu erzählen, ist das A und O und mit 3D Audio geht das nun einfacher als je zuvor…

…zum weiterlesen: Pyramix 10 – New Features (PDF) 

 

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Ein paar Gedanken zu OSS

Nein, nicht um den CIA-Vorläufer geht es hier, sondern um das sog. –> „Optimale Stereo-Signal“.

Die AB-Aufnahmetechnik setzt bekanntlich zwei Omni-Mikrofone in bestimmtem Abstand nebeneinander, entweder parallel oder –wegen der auch bei Omnis in höheren Frequenzen gegebenen Richtwirkung– angewinkelt.
Die OSS-Technik, für die insbesondere der Schweizer Tonmeister Jürg Jecklin steht, geht einen Schritt weiter als AB und positioniert einen Trennkörper zwischen die beiden Mikrofone. Dieser ist insbesondere in Gestalt der „Jecklin-Scheibe“ bekannt: Die Scheibe ist auf Vor- und Rückseite mit Schaumstoff beklebt und hatte in ihrer früher propagierten Form einen Durchmesser von 30 cm, bei einem Abstand der Mikrofone zueinander von 16,5 cm.

Jecklin-Scheibe

Die inzwischen erfolgte Revision des Konzeptes sieht einen Mikrofonabstand von 36 cm bei Scheibendurchmesser von 35 cm vor.

Die Idee eines Trennkörpers hat ihre Wurzel im Blick auf den Kopf des Hörers, wie der ursprüngliche Mikrofonabstand von 16,5 cm schon vermuten lässt. Der Kopf trennt linkes und rechtes Ohr, was zwischen linkem und rechtem „Kanal“ neben dem Laufzeitunterschied zu Intensitätsdifferenzen und unterschiedlichen Frequenzgangfärbungen führt. Letztere beiden Aspekte kann AB ohne Trennkörper nicht oder nur hinsichtlich partieller Intensitätsunterschiede realisieren, nämlich nur in den höheren Frequenzbereichen, in denen auch omnidirektionale Mikrofone Richtwirkung bekommen.

Ich habe ab 1997 einige Zeit lang mit einer Jecklin-Scheibe aufgenommen, mich dann aber anderen Verfahren zugewendet, was u.a. in grundlegender Kritik am OSS-Verfahren motiviert war.
Solche Kritik ist vielfach zu finden, meist mit dem Ergebnis, dass OSS für den Kopfhörer-Hörer tauglich sei, aber ungeeignet für den Lautsprecher-Hörer. Zusätzlich zu dieser grundlegenden Ablehnung wird Detailkritik vorgebracht, vor allem bzgl. des für Seitenschall entstehenden Kammfilters am Mikrofon der betreffenden Seite, resultierend aus der trotz Schaumstoffauflage noch gegebenen Reflektion des von der Seite auftreffenden Schalls durch die Scheibe.

Grund für meine Überlegungen hier sind durchgreifende Zweifel, die mir in letzter Zeit an der fundamental-theoretischen Ablehnung des Trennkörperkonzeptes kamen.

Soweit es um die erwähnte theoretische Fundierung von OSS mit dem Argument des menschlichen Kopfes geht, stimme ich allerdings unverändert der Kritik zu:
Den Trennkörper mit der Imitation der Verhältnisse rund um den Kopf zu begründen, ist für den Lautsprecher-Hörer von vornherein unsinnig. Denn beim Lautsprecher-Hören ist der Hörer mit seinem eigenen Kopf im Schallfeld präsent. Warum sollen also die Wirkungen dieses Kopfes bereits bei der Aufnahme per Trennkörper antizipiert, also noch ein zweites Mal simuliert werden?
Der gedankliche Fehler bei der Begründung von OSS mit Verweis auf den menschlichen Kopf liegt schlicht darin, die Mikrofone mit der Position des Hörers zu identifizieren, nur weil sie bei der Aufnahme (ganz wie ein imaginärer Hörer) vor der Schallquelle stehen. Beim Lautsprecherhören sollen die Mikrofonsignale nicht die Signale am Kopf des Hörers abbilden, sondern die Signale an der Schallquelle. Denn was die Mikros „hören“, geht später nicht direkt ins Ohr des Hörers, sondern in die Lautsprecher, steht also stellvertretend für die vor dem Hörer befindliche Schallquelle.
Um die Simulierung dieser Schallquelle muss sich demnach eine über Lautsprecher abzuspielende Aufnahme bemühen. Der Kopf und seine Wirkung auf das Schallfeld kann hingegen getrost dem Hörer überlassen bleiben, der vor den Lautsprechern sitzt; der bringt seinen Kopf schon selber mit…

Mit dem menschlichen Kopf sollte man daher nicht zugunsten von OSS argumentieren. Aber dieser Fehler im Grundgedanken bedeutet nicht, dass man den Trennkörper nicht anders begründen könnte, und auch nicht, dass das praktische Ergebnis der OSS-Aufnahme schlecht sein muss.
Von der Theorie her kommt man nämlich bei den Verfahren OHNE Trennkörper keineswegs korrekt hin, mit der Kanaltrennung bzw. dem Übersprechen von links nach rechts. Wo man bei OSS nach der vorher dargestellten Kritik auf den ersten Blick von zuviel der Trennung zwischen den Kanälen ausgehen könnte, ist es in Wirklichkeit bei den anderen Verfahren zuwenig.
Die Verfahren ohne Trennkörper lassen zwar beim Lautsprecherhören richtigerweise den menschlichen Kopf nur einmal in die Kalkulation hinein, nämlich in Gestalt des Hörers vor den Lautsprechern. Aber sie sind theoretisch problematisch in der Repräsentation der Schallquelle. Warum? Weil sie in der aufnahmeseitigen Erfassung der Schallquelle bereits ein Übersprechen zwischen links und rechts drin haben, das beim Original in dieser Weise gar nicht stattfindet. Schall sowohl von links als auch rechts wird jeweils bereits als Direktschall immer von beiden Mikrofonen erfasst. Das bedeutet, dass die mit den Mikrofonsignalen gespeisten Lautsprecher auch solche Signale wiedergeben, die dort unter dem Aspekt der Simulation der Schallquelle eigentlich nicht hingehören: Von der linken Box kommen auch Signale, die an der Schallquelle (nur) von rechts kamen, und von der rechten Box entsprechend umgekehrt.
Die trennkörperlosen Verfahren sind also theoretisch für die Lautsprecher-Wiedergabe inkorrekt, indem sie der Schallquelle ein Übersprechen zwischen linker und rechter Seite „unterjubeln“, das an der realen Schallquelle gar nicht stattgefunden hat, sondern erst am Kopf des Hörers passiert wäre (wenn dieser vor der Schallquelle gesessen hätte). Bei der Lautsprecherwiedergabe findet dann am Kopf des Hörers nochmal ein Übersprechen statt.
Einmal zuviel, so könnte man sagen.

Wendet man in der Betrachtung des OSS-Verfahrens den Blick weg vom irrelevanten Kopf des Hörers und hin zur Schallquelle, so wird deutlich, dass diese durch OSS theoretisch besser erfasst wird als durch die anderen Verfahren. Dort, bei der Schallquelle, liegt die theoretische „Richtigkeit“ des Trennkörpers: Was von der Schallquelle her von links kommt, wird dem –durch das rechte Mikrofon gespeisten– rechten Lautsprecherkanal bei OSS richtigerweise stärker „vorenthalten“ als bei den Verfahren ohne Trennkörper; dies einfach deshalb, weil das rechte Mikrofon von den linksseitigen Schallquellensignalen stärker abgeschottet ist als ohne Trennkörper. Und spiegelbildlich ebenso für die von rechts kommenden Schallquellensignale…

Die theoretische Analyse spricht folglich keineswegs grundlegend gegen Lautsprecherwiedergabe von OSS-Aufnahmen, sondern im Gegenteil.
Niemand wird nun aber deswegen kategorisch gegen die Verfahren ohne Trennkörper opponieren, bringen diese doch in der Praxis trotz der soeben nachgewiesenen theoretischen Problematik sehr ansprechende Ergebnisse.

Sinn dieser Überlegungen ist es also allein, den Weg frei zu machen für eine Offenheit gegenüber den praktischen Ergebnissen von OSS. Es sollten nicht grundlegende Überlegungen sein, die entscheiden, sondern allein die konkrete Anwendung und ihr Resultat.

Dann wird übrigens auch der Weg frei, umgekehrt die angebliche OSS-Tauglichkeit für Kopfhörerwiedergabe zu hinterfragen. Mit Kopfhörern fehlt das beim Lautsprecher-Hörer am Kopf stattfindende Übersprechen zwischen links und rechts. Hier ist somit gerade das bei der Aufnahme erfolgende stärkere Übersprechen der Verfahren ohne Trennkörper hochwillkommen, also derjenige Aspekt, der bei Lautsprecher-Wiedergabe als quasi doppeltes Übersprechen theoretisch falsch ist.
OSS trennt demgegenüber bei Kopfhörern zuviel: Die Schallquelle wird schon bei ihrer Aufnahme infolge der Scheibe stärker links/rechts-getrennt, und im Gegensatz zu einem hypothetisch vor der Schallquelle sitzenden Hörer gibt es dann beim Kopfhörer-Hören nochmal –und sogar vollständige– Links/Rechts-Trennung.
Wer mit Kopfhörern arbeitet, weiss, dass man dort nicht um bestmögliche Trennung der Kanäle verlegen ist, sondern um das Gegenteil: Die Wiedergabe soll möglichst von den Seiten oder vom Inneren des Kopfes virtuell nach vorn, vor den Hörer, verlagert werden. Hierum bemühen sich entsprechende Software-Plugins oder hardwareseitig bestimmte Kopfhörerverstärker-Schaltungen, die alle einen Crossfeed praktizieren, d.h. künstliches Übersprechen zwischen links und rechts einführen.
Sogar das aufnahmeseitige Übersprechen der trennkörperlosen Verfahren reicht also fürs Kopfhörer-Hören offenbar nicht aus, sondern muss künstlich ergänzt werden. OSS mit seiner stärkeren Trennung ist daher alles andere als besonders kopfhörer-geeignet, sondern erschwert im Gegenteil die Situation des kopfhörerbedingten Mangels an Übersprechen noch zusätzlich.

Fazit: In der Theorie ist OSS entgegen manchen Stellungnahmen nicht lautsprecher-untauglich und kopfhörer-affin. Sondern eher umgekehrt.

Der Rest ist Praxis, und hier ist der eingangs erwähnte Kammfilter beim Seitenschall viel interessanter als irgendwelche Grundsatzdiskussionen. Die Kammfilterproblematik ist ein wesentliches Argument, wenn der Hauptanwendungsbereich für OSS mitunter in Aufnahmen von Raumatmosphäre oder Raumhall gesehen wird. Denn je weiter entfernt man sich von der Schallquelle befindet, desto weniger relevant wird der „kammfilter-gefährdete“ seitliche Schall.
Je näher man umgekehrt an die Schallquelle heran möchte, desto mehr sollte man sich um den Kammfilter kümmern. Dies ist aber kein Ding der Unmöglichkeit. Ein Vorteil des OSS-Konzeptes ist seine Variabilität in der konkreten Faktur des Trennkörpers.
Abhängig vom Material der Scheibe und der Art und Dicke des aufliegenden Schaumstoffes, liesse sich das Kammfilter-Problem sicher entschärfen. Hilfreich mag dabei die Überlegung sein, dass das Scheibenmaterial nicht notwendig zugleich der Träger von Mikrofonhalterungen (Clips) sein muss, wie man es verbreitet bei handelsüblichen OSS-Scheiben sieht. Man kann demgegenüber die Mikrofone in üblicher Weise auf einer Schiene positionieren und den Trennkörper separat zwischen die Mikros bringen, wenn gewünscht oder erforderlich auch an getrenntem Stativ.
Insbesondere Do-it-Yourself-interessierten Leuten eröffnet sich also ein weites Feld für potentiell lohnende Aufnahmeversuche mit OSS an modifizierten oder komplett selbstgemachten Trennkörpern.

Jecklin-Scheibe im Shop

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Ambisonics in der Praxis

Im vergangenen November hatte ich mich hier mit der Ambisonics-Technik befasst und einen weiteren Beitrag dazu in Aussicht gestellt, der nach einer (für mich ersten) praktischen Anwendung des Verfahrens verfasst werden sollte.
Dieses Versprechen möchte ich nun einlösen, nach zwischenzeitlich (in einer Wuppertaler Kirche) erfolgten Soloklavieraufnahmen in 3-kanaligem Ambisonics.

Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Ich kann Ambisonics empfehlen, werde es zukünftig wieder anwenden und habe mich auch für die Verwendung der „ambisonisch“ aufgenommenen Dateien entschieden, im Vergleich mit den Daten einer von mir noch parallel aufgenommenen Doppel-M/S.

Klang und Variationsmöglichkeiten, resultierend aus der Verwendung dreier koinzidenter Mikrofone, sind zunächst einmal allgemein beeindruckend.
Dies sagt allerdings noch nichts im Vergleich von Ambisonics und Doppel-M/S aus, die ja beide koinzidente 3er-Kombis sind. Denn abgesehen von den grundlegenden Vorzügen der Verwendung eines (echten) Omni-Mikrofons im Rahmen von Ambisonics (vgl. meinen November-Artikel) sind Doppel-M/S und Ambisonics eng verwandt.
Wie alle Mikrofon-Setups, so leben auch diese beiden stark in und durch die Qualitäten und Klangcharakteristika der jeweils verwendeten Mikrofone (sofern man diese Mikrofon-Charaktere nicht durch Frequenzgang-Nivellierung einander anzugleichen versucht).

Was mich daher die Ambisonics-Aufnahmen wählen liess und nicht die Doppel-M/S, war weniger rein theoretisch-technisch in Ambisonics basiert, sondern hatte zweierlei konkrete Aspekte:

  • Zum einen ist es wunderbar praktisch, klangliche Veränderungen in allen Parametern —Stereoweite, Richtcharakteristik, Rotation, „Zoom“— mit einem VST-Plugin vornehmen zu können, anstatt quasi „zu Fuss“ in Gestalt von (neben gängig plugin-zugänglichen Aufgaben) noch notwendigen Signal-Summenbildungen. Für Ambisonics gibt es mehrere Plugins (ich verwende Soundfield SurroundZone2), während mir bei Doppel-M/S nur ein Schoeps-Plugin bekannt ist, das exakt auf die Eigenschaften bestimmter Schoeps-Mikros zugeschnitten ist und daher für andere Mikrofone nicht adäquat wäre.
  • Zum anderen sprach hier vor allem das klangliche Ergebnis der konkret von mir verwendeten Mikrofone für das Ambisonics-Trio. Dabei spielte zwar u.a. auch der Bassbereich eine Rolle, aber selbst dessen angenehm tief reichende Sattheit gründete sich in meinem Falle weniger auf den prinzipiellen Bass-Vorteil der im Ambisonics-W-Kanal einzusetzenden echten Druckkugel als auf die beiden verwendeten fig8-Mikrofone (Beesneez Lily).

Klangliche Gründe sind es deshalb auch, aus denen heraus ich die oben angesprochene Frequenzgangkorrektur zwischen den Ambisonics-Mikrofonen nur sehr moderat durchführe, letztlich weniger um der Angleichung willen als in Richtung auf das für mich gewünschte Gesamtklangergebnis.
Sicherlich ist zwar richtig, dass technisch-theoretisch ein möglichst identischer Frequenzgang für die absolut perfekte Ambisonics-Berechnung zu fordern ist (s. mein November-Beitrag, Stichwort „Elektrische Koinzidenz“).
Im theoretischen Ideal wären also die Mikrofonfrequenzgänge per Einzelspur-EQ anzugleichen, und für das klanglich gewünschte Gesamtergebnis könnte dann gegebenenfalls wie üblich ein abschliessender EQ im Summen-bzw. Masterkanal bemüht werden.

Zunächst ‘mal bedeutet dies aber doppelte und oftmals teils gegenläufige klangliche Verbiegungen in den zwei EQ-Stationen. Sind die EQs auf der Ebene der Einzelspuren linearphasig —und dies ist natürlich geboten—, mag das noch gut tolerabel sein, erst recht, wenn es sich sogar um LinearPhase mit forward-backward-IIR handelt (das ja wohl das Pre-Ringing vermeidet, mir aber nur in zwei relativ teuren Plugins bekannt ist). Dann reduziert sich der doppelte EQ-Eingriff im Ergebnis auf die übliche EQ-Instanz im Summenkanal, also die immer und überall sich stellende Aufgabe des EQing im Blick auf technische und geschmacklich-klangliche Aspekte.

Was mir aber bei extensiver und doppelter (und evtl. Hin-und-Her-) Verbiegung sehr zweifelhaft erscheint, ist, wieweit etwaig spezieller klanglicher Charme —in meinem Falle insbesondere aus den Beesneez Lily— im Rahmen von derlei Nivellierung nicht zu weiten Teilen auf der Strecke bliebe.

Überdies scheint eine „tolerante“ Handhabung der Frequenzgänge innerhalb des Ambisonics-Trios auch unter folgender Erwägung vertretbar:
Hat man gleichartige fig8-Mikrofone (dies ist empfehlenswert), so ginge es in der potentiellen Frequenzgang-Nivellierung letztlich allein um den Unterschied zwischen den beiden Achten und dem Omni.
Da die Richtungsinformationen — links/rechts, vorne/hinten— aus den Achten kommen und diese gleich sind, wirkt sich in der Richtungsberechnung ein etwaiger Frequenzgangunterschied zum Omni praktisch nicht aus, da der Unterschied gleichsinnig in jeweils beiden Richtungen wirkt, nämlich sowohl auf der Vorder- als auch auf der Hinterseite der fig8 auftaucht. Bei einer einfachen M/S-Anordnung hat man den gleichen Effekt, weshalb hier penible Frequenzgangangleichungen von vornherein nicht sonderlich diskutiert werden.
Für die Richtungsabbildung scheint also eine Frequenzgangharmonisierung entbehrlich. Wo sie theoretisch relevant sein kann, das ist zum einen die Stereoweite (also die Bemessung des Punktes kompletter äusserer Links-Rechts-Abbildung), die sich als Folge von Frequenzgangdifferenzen zwischen W- und Y-Kanal über verschiedene Frequenzen hinweg ändern könnte. Und zum anderen ist es die aus der Summenbildung von W- und X-Kanal entstehende Richtcharakteristik der errechneten virtuellen Ambisonics-Mikrofone. Auch sie kann durch Mikrofon-Frequenzgangdifferenzen über Frequenz hinweg variabel werden.
Für die Praxis darf man aber wohl beide genannte Relevanzen —gegenüber den Vorteilen des nur moderaten EQ-Eingriffs— als getrost nachrangig bezeichnen, erst recht im Rahmen der Aufnahme eines einzelnen Instrumentes, selbst wenn es ein sehr weitreichendes Frequenzspektrum aufweist (Konzertflügel).

Und die beiden benannten theoretischen Relevanzen perfekter Frequenzgang-Angleichung sind übrigens selbstverständlich auch nichts speziell für Ambisonics Gültiges: Wo summierend aus verschiedenen, frequenzgang-differenten Mikrofonen bzw. Kapseln Richtcharakteristiken erzeugt werden, ist immer die potentielle Änderung der Charakteristik in Abhängigkeit von der Frequenz präsent. Und die erwähnte potentielle, frequenzabhängige Stereoweitenänderung als Folge unterschiedlicher Mikrofonfrequenzgänge trifft auf jede M/S-Decodierung zu, nicht nur diejenige im Rahmen von Ambisonics.
Nur wird eben im Zusammenhang anderer Mikrofon-Setups hierüber von vornherein kaum weiter räsoniert.

Fazit: Wer eine gewisse, auch zeitintensive Fummelei bei der Herstellung eines korrekt ausgerichteten, koinzidenten 3er-Mikrofon-Setups nicht scheut, ebenso etwaige Gain- bzw. Sensitivitätsunterschiede an Mikrofonen, Preamps und Wandlern auszugleichen bereit ist (s. mein November-Artikel in puncto „Elektrische Koinzidenz“), für den kann Ambisonics eine interessante und lohnende Sache sein.
Die angesprochene Fummelei wird nebenbei bemerkt noch grösser, wenn man alle drei Mikros auf einem Stativ montiert, allerdings wird man dann hinterher belohnt, wenn es um etwaige Positionskorrekturen des gesamten Array geht. Diese können allgemein klangliche Gründe haben, sind aber auch schon deshalb noch zu erwarten, weil die Stereobalance zu checken ist: Zwar ist die Balance selbstredend noch in der DAW korrigierbar, aber man tut immer gut, für ordentliche Mittigkeit des Stereobildes möglichst schon hardwareseitig zu sorgen (frei nach Wes Dooleys Motto „Fix it in the Mic“…). Eine Drehung um die Hochachse oder auch jede sonstige Positionsveränderung ist mit einem auf einem einzigen Stativ justierten 3er-Setup relativ leicht getan, die Mikrofone bleiben untereinander korrekt ausgerichtet. Aber bei zwei oder gar drei Stativen geht dann die Fummelei wieder los…

Die Verwendung möglichst guter und klanglich passender Mikrofone erspart Ambisonics einem natürlich nicht, ebensowenig die Beachtung der alten Regel, dass es nicht ungünstig ist, wenn auch dasjenige gute Qualität hat, was VOR den Mikrofonen abläuft…

Und dass man auch mit nur zwei Mikrofonen glücklich werden kann (in welchem bevorzugten Setup auch immer), ist natürlich klar und hat sich auch im Rahmen meiner Aufnahmen wieder gezeigt, als ich nebenbei testweise eine Äquivalenzstereo-Aufnahme mit zwei Röhren-Kleinmembran-Nieren Typ Soyuz-011 machte.
In der Praxis einer Voll-/Hauptaufnahme würde man insoweit zwar sicher noch ein — weiter entfernt postiertes— Mikrofon-Duo als Raummikros zur Zumischung hinzunehmen, aber selbst nur mit einem Nierenpärchen plus angemessen ausgewähltem und dosiertem Software-Hall (insbesondere convolution reverb) könnte durchaus eine ansprechende Aufnahme entstehen.
Mehr zum Soyuz-011 findet sich übrigens in einem parallel veröffentlichten Post…

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From Russia with Love

Die stark wiederbelebte Wertschätzung für Röhrentechnik hat längst breiten Einzug auch in den modernen Mikrofonbau gehalten. Verglichen mit dem Segment der Grossmembranmikrofone, ist allerdings die Zahl der röhrenbasierten Kleinmembraner (im folgenden: SDCs) recht überschaubar.
Teil dieses Angebots ist das einzeln oder als Stereo-Pärchen verfügbare SU-011 aus der russischen Manufaktur Soyuz, die sich dem Bereich edler Handfertigung verschrieben hat.

Das SU-011 ist ein Mikrofon-Stäbchen, das mit schraubbaren Wechselkapseln aufwartet.
Dieses Design ist aus anderen SDCs bekannt und bewährt. Was aber als Seltenheit aufhorchen lässt, ist die Möglichkeit, nicht nur die 011-Kleinmembrankapseln aufzuschrauben, sondern auch die für die beiden anderen Soyuz-Mikrofone konzipierten grösseren Wandler, nämlich die Wechsel-Kapseln der Röhren- bzw. Transistor-Grossmembran-Modelle SU-017 und SU-019.
Am 011-Verstärkerteil einsetzbar sind demnach nicht nur die frontseitig besprochenen 011er-Kapseln, also Niere, Omni und Hyperniere mit recht ausgeglichenen, aber auch praxisfreundlich ausgelegten Frequenzgängen sowie Membranen von knapp 18mm Durchmesser. Sondern kompatibel sind auch die seitlich besprochenen „Lollipop-Design“-Kapseln von 017/019. Dies macht das SU-011 zu einem extrem vielseitigen Mikrofon!

Soyuz-017

Der deutsche Soyuz-Vertrieb, Audiowerk aus Hargesheim, hatte mir sehr freundlich und hilfsbereit einen Test der 011 (als Stereopaar) ermöglicht, den ich kürzlich im Rahmen von Soloklavier-Aufnahmen in einer Wuppertaler Kirche vornahm.
Neben der erstklassigen Qualität des deutschen Vertriebes und einem ebenso freundlich-warmherzigen Service des Herstellers selbst sei zunächst schon ausgesprochen positiv vermerkt, wie hochwertig und ansprechend sowie in vielen Details durchdacht-praxisnah sich das 011er-Set präsentiert. Insofern hat der Titel dieses Beitrags seine volle Berechtigung (und ist nicht nur ein Gag, von wegen James Bond und so…). Da ist beim Hersteller Soyuz ganz offenbar sehr viel Liebe zur eigenen Tätigkeit und zum Produkt vorhanden, sowie nicht zuletzt eine hohe Wertschätzung für den Kunden.
Dieser Eindruck beginnt bei ansprechenden Kleinigkeiten wie z.B. beiliegenden Visitenkarten der für Zusammenbau und Test der konkreten Mikros zuständig gewesenen Personen (samt Datum der Produktion), und er setzt sich u.a. fort in Frequenzschrieben der Mikros unter 0, 90 und 180°. Hinsichtlich des Produktes selbst wird man in dieser Auffassung mehr als bestätigt, erwähnt seien neben dem noblen Finish der Mikros die edlen und praktischerweise magnet-verschlossenen Holzschatullen, das beidseitig den Betriebszustand anzeigende Netzteil und die sich von üblichen Billig-Clips wohltuend abhebenden, sogar leicht schockgedämpften Mikrofonträger-Clips. Damit noch nicht genug: Schaut man in die Schatullen, die auch Platz für etwaige zusätzliche Kapseln bieten (an deren Stelle –Noblesse oblige– feine “Platzhalter” aus Holz stecken!), so entdeckt man ein zylindrisches Stück von knapp 3cm Höhe im Mikrofondurchmesser und -finish, beidseitig mit Schraubgewinden versehen. Es handelt sich um ein Pad, welches zwischen Kapsel und Mikrofonbody geschraubt werden kann und dann das Mikrofonsignal um 10dB absenkt; dies also VOR der Verstärkerelektronik der Mikrofonstäbchen, wohlgemerkt, was eine durchdachte Ergänzung der üblichen Pad-Absenkungen in oder vor den Mikrofon-Preamps darstellt. Denn letztere kommen hinter der Mikrofonelektronik und können nur noch den Input am Preamp absenken. Das Soyuz-”Inline-Pad” hingegen senkt vor der Mikrofonelektronik ab und erhöht also bei Bedarf die maximale SPL des Mikrofons!
Die beiliegenden, mit 5 Metern längenmässig üppig dimensionierten Mikrofonkabel sind normale Kabel, über deren 3 Pole zusätzlich zum Audiosignal auch die Spannungsversorgung der Röhre läuft. Man kann also vorteilhafterweise auch „symmetrische“ Kabel eigener Wahl und Länge für die Verbindung zwischen Mikro und Netzteil einsetzen.

Wer sich nach Röhren-SDCs umsieht, hat in aller Regel eine Symbiose verschiedener Aspekte im Sinn: Die bekannten Vorteile kleinerer Membranen in puncto Neutralität, Frequenzgang, Resonanzen und Impulsschnelligkeit sollen nach Möglichkeit verquickt werden mit einem gewissen Quantum an Wärme des Klangs, den man bei vielen Transistor-SDCs mit ihrer oft stark analytischen Präzision vermissen mag.
Jene klangliche Wärme ist ja auch — abseits der Alternative Transistor/Röhre im Verstärker-/Übertragerteil — eines der Argumente, die zugunsten des Einsatzes einer Grossmembran vorgebracht werden.

In letzterem Sinne, also von der Seite der Membrangrösse her, praktiziert das 011 ebenfalls eine Verschmelzung der Vorteile zweier Welten, denn die knapp 18mm der Membranen der kleineren Kapseln liegen zwischen der kleinen Halbzollgrösse und der üblichen Grossmembran-Dimension von 1 Zoll oder mehr. Wobei sich übrigens die 18mm des 011 im Vergleich mit manch’ anderen als SDC laufenden Röhren-Mikros (mit ihren 20 oder 21mm) noch im unteren Bereich befinden.

Was die Röhre als „Wärmequelle“ angeht, ist sie selbstverständlich kein Allheilmittel, wie mir vor ein paar Jahren eine Aufnahme mit einem gut erhaltenen und gewarteten historischen Röhren-SDC des Typs Neumann SM-23 deutlich bestätigte (ein quasi zwei KM-56 vereinigendes Stereomikrofon). Das SM-23 lieferte einen geradezu rasiermesserartigen, hochpräzise-analytischen Klang mit einer teils schon unangenehm scharfen, obertonreichen Hochfrequenzintensität. Zwei ebenfalls mitgelaufene Schoeps-SDCs erschienen dagegen geradezu als freundliche „Weichzeichner“. Abseits der Röhre sind eben auch viele andere Aspekte beteiligt, insbesondere Kapseldesign und Membranmaterial.

Beim Soyuz jedenfalls ist die Rechnung offenbar voll aufgegangen, egal welchen Anteil daran die russische Miniaturröhre 6S6B oder die Kapseln haben.
In einem Äquivalenzstereo-Setup mit den Nieren-Kapseln (hier mit rund 27cm Basis und je 40° Öffnung) war ich auf Anhieb sehr angetan vom Klang und dem Stereobild der 011er. Und der Vergleich des Mono-Mix der beiden 011er mit einer noch mitgelaufenen, anderen Mono-Niere bestätigte eine erfolgreiche „Fusion“ der vorher angesprochenen Zielrichtungen: Da findet man einen transparenten, brillianten Klang, der nichts an Details auch und gerade im oberen Frequenzbereich vermissen lässt. Und dennoch gibt es einen satten Bass und jenen gewissen, seidig-cremigen Schmelz, der genau das Objekt der oben angesprochenen Suche nach dem musikalisch angenehmen, nicht kalt-analytischen Klang ist.

„Mission accomplished“, so möchte man also sagen.
Die Soyuz-011 sind sehr feine Mikrofone, zwei davon werden deshalb zukünftig bei mir Dienst tun…

Soyuz SU-011 im Shop

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Der Weltbeste Mehrkanal-Wandler mit DSD 256 spart Ihnen jetzt auch noch den Vorverstärker!

Mit Merging Technologies NADAC entscheiden Sie sich nicht mehr nur für den besten Klang – sondern auch für die wirtschaftlichste Lösung, denn:

Mit der Veröffentlichung der offiziellen NADAC-App haben Sie ab sofort jederzeit eine Touch-Screen-Fernbedienung für Ihren NADAC greifbar! Neben Auswahl der Quelle und Lautstärke für Lautsprecher und Kopfhörer können Sie auch den Pegel / Trim und die Phase aller Kanäle separat einstellen. Das ermöglicht die optimale Ansteuerung Ihres Stereo oder Mehrkanal-Setups und macht somit einen separaten Vorverstärker überflüssig.

So lassen sich mit dem NADAC nun höchstwertige, ultra-puristische Abhör- und Heimkino-Anlagen erstellen, die nicht nur die bestmögliche Wiedergabe ermöglichen, sondern ganz nebenbei auch noch eine teure Vorstufe einsparen können.

 

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